Wanderkamerad

Stell dir vor, du hättest einen sehr guten Freund und ihr möchtet am kommenden Samstag gemeinsam einen Berggipfel erklimmen. Voller Freude packst du deinen Rucksack und bereitest alles gründlich für den Wanderausflug vor. Ihr trefft euch am Fuße des hohen Berges. Du nimmst deinen Rucksack und willst losgehen. Dann siehst du, dass dein guter Freund Tanzschuhe und Festtagskleidung trägt. Auf seiner Schulter hängt eine Reisetasche. Völlig verwundert fragst du deinen Freund, was er mit diesem Outfit vorhätte. Er meint, dass er immer so wandern gehe. In der Reisetasche habe er tolle Bücher und eine Motorsäge mit. Das wäre zwar ziemlich schwer zu tragen, aber er wisse schon was er tue.

 

Unterwegs kommt dein Freund schnell außer Atem, doch er steckt immer wieder große Steine in seine Reisetasche. Zunehmend wird es immer beschwerlicher für ihn. Du fragst ihn, warum er denn laufend neue Steine mitnehme. Er antwortet, jeder Stein wäre einzigartig und wunderschön, er möchte seinen Garten damit verzieren.

 

Du wirst im Laufe der Wanderung durstig und fragst, ob ihr nicht eine Pause machen könntet. Du trinkst aus deiner Wasserflasche und nimmst einen Apfel zur Hand. Dein Freund sagt, er brauche nichts zu trinken und zu essen. Die Wanderung sei so schön, er brauche sonst nichts.

 

Nachdem ihr nun wieder einige Zeit gewandert seid, wird dein Freund zunehmend müder und erschöpfter. Ihr verändert euren Plan, ihr habt nicht mehr den Gipfel zum Ziel, sondern nur einen netten Hügel. Doch du siehst, wie er sich abmüht! Er bemüht sich wahrlich sehr, mit seinem schweren Gebäck und seiner Festtagskleidung zu wandern. Die Schuhe zeigen ihre Schwäche und die Reisetasche wird immer schwerer. Natürlich teilst du mit deinem Freund dein Wasser und deine Jause. Dies kräftigt ihn etwas. Doch seine Schuhe und Kleidung sind für die Wanderschaft sehr beschwerlich.

 

Am Fuße des Berges wieder angekommen, sagst du deinem Freund, dass die Wanderung nicht besonders schön für dich war. Eigentlich wolltet ihr den hohen Gipfel erklimmen. Du willst deinen Freund nicht belehren, aber die ganze Wanderschaft war nicht so, wie du sie erhofft hattest. Du gibst ihm gewisse Tipps, was bei einer Wanderschaft zu beachten sei und sagst ihm, wo er passende Schuhe, Kleidung und einen Rucksack kaufen könne. Dein Freund ist sehr überrascht, doch er sagt, er werde sich erkundigen.

 

Voller Freude vereinbart ihr wieder einen Termin, um wandern zu gehen. Diesmal hat dein Freund die passende Kleidung und einen Rucksack gefüllt mit Getränken und Jause. Der Ausflug bereitet euch viel Spaß und ihr seid gut gelaunt. Am Gipfel angekommen, umarmt ihr euch. Ihr habt es geschafft und einen wundervollen Tag erlebt. Natürlich werdet ihr am nächsten Wochenende wieder wandern gehen.

 

Wie vereinbart, trefft ihr euch am nächsten Samstag zum Wandern. Völlig verdutzt siehst du, dass dein Freund wieder Tanzschuhe und die Festtagskleidung trägt. Er beteuert, dass er in der Reisetasche auch etwas Wasser und Jause mitgenommen hätte. Auf die Motorsäge und ein paar Bücher wolle er aber nicht verzichten.

 

Und? Wie reagierst du? Ihr habt eine Gipfelbesteigung geplant und nun siehst du deinen guten Freund in der unpassenden Bekleidung. Eigentlich möchtest du einen unbeschwerten, glücklichen Ausflug erleben. Nun ist es für dich absehbar, dass mit Erschwernissen zu rechnen ist. Dein Freund lächelt dich an und sagt, er wisse was er tue. Die Schuhe und Kleidung wären total bequem, er war schon so oft mit der alten Reisetasche am Berg, sie habe schon so gute Dienste geleistet. Er liebt diese alten Sachen, er wisse nicht warum er sie nicht verwenden solle.

 

Nun gut, da du nicht der Besserwisser sein willst, beginnt ihr mit der Bergbesteigung. Unterwegs sammelt dein Freund wieder große Steine und packt diese in seine Tasche. Schweigend beobachtest du ihn. Seine kleine Wasserflasche ist beim ersten Halt geleert und sein Proviant aufgegessen. Verdutzt schaust du zu, wie dein Freund sich den Berg hinaufquält. Er lächelt dich an und sagt, es sei ein wunderschöner Tag.

 

Es wird schon spät und du erfasst die Situation, ihr werdet den Gipfel niemals erreichen. Wie sollst du dich entscheiden? Völlig verschwitzt und außer Atem marschiert dein Freund tapfer hinter dir her. Sichtlich bemüht er sich, mit dir Schritt zu halten. Mit einem zaghaften Lächeln beteuert er, dass alles okay sei. Auch für ihn sei es das Größte, den Gipfel zu erreichen. Dieses Erlebnis ist einfach überwältigend schön.

 

Der steinige Boden lässt ihn oftmals ausrutschen, die schwere Tasche lastet auf seiner Schulter. Die ganze Wanderung bereitet dir keinen Spaß, du machst dir vielmehr Sorgen, ob dein Freund sich nicht überanstrengt. Schließlich hast du keine Lust mehr, weiter zu gehen. Du machst den Vorschlag, wieder umzudrehen, denn es sei schon spät.

 

Am Fuße des Berges angekommen, umarmt dich dein Freund voller Freude. Es war so ein schöner Ausflug! Verwundert schaust du ihn an. Du kannst es nicht fassen. Was sollst du jetzt sagen? Dein Freund will nächste Woche wieder einen anderen Berg besteigen, diese Ausflüge seien das Einzige, dass ihm im Leben etwas bedeute.

 

Dein Freund liegt dir wirklich am Herzen! Glückliche Wanderungen sind auch für dich das Schönste! Doch wirst du in Zukunft die Qual auf dich nehmen und immer wieder auf halbem Weg abbrechen? Willst du die doppelte Menge an Wasser und Proviant mitnehmen? Willst du den Weg als Ziel sehen und künftig einfach auf das Gipfelerlebnis verzichten? Vielleicht solltest du die Bücher lesen, die er mitgenommen hat? Vielleicht solltet ihr abgestorbene Baumstämme mit der Motorsäge zerkleinern und aus dem Weg schaffen? Möglicherweise hast du dir eine falsche Vorstellung von Wanderausflügen gemacht, eventuell solltest du eingehend überdenken, warum du das Gipfelerlebnis so liebst. Bist du mit einem Spaziergang nicht zufrieden?

 

Wie geht es dir bei diesen Überlegungen?    

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Kommentare: 7
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